Präsidentenbesuch im Landratsamt

Autor/in: Peter Lahann

Thüringens oberster Polizist Thomas Quittenbaum bei Landrat Marko Wolfram

Saalfeld. Thüringens ranghöchster Polizist, Thomas Quittenbaum, Präsident der Landespolizeidirektion, traf sich am Montag, 19. Januar zum Arbeitsgespräch mit Landrat Marko Wolfram. Seine wichtigsten Botschaften: die Sicherheitslage im Landkreis ist sehr gut, das System der Kontaktbereichsbeamten funktioniert, die personelle Ausstattung ist stabil.

Insgesamt sei die Fallzahlbelastung der Polizei weiterhin hoch. Es gebe mehr Straftaten als vor der Corona-Pandemie. Die Kriminalität habe sich zudem gewandelt und werde digitaler. Gleichwohl ist die Aufklärungsquote bei den Verbrechen stabil hoch und liegt bei 60 Prozent. Die Personallage sei stabil. Die 5100 Thüringer Polizeivollzugsbeamten werden durch etwa 900 weitere Beschäftigte bei der Aufgabenbewältigung unterstützt. Insgesamt sieben Landespolizeiinspektionen, die Bereitschaftspolizei sowie die Autobahnpolizei decken das Einsatzgebiet ab.

Seit geraumer Zeit stabilisiert sich die personelle Ausstattung. Nach Jahren des Personalabbaus gebe es einen sogenannten Einstellungskorridor mit bis zu 360 Stellen. So sei es gelungen, den Altersdurchschnitt deutlich zu senken. Stabil bleibt auch die Zahl der Kontaktbereichsbereichsbeamten (KOBB) mit 240 in Thüringen. Acht bis zwölf von ihnen decken die Kommunen in den Inspektionsbereichen ab. „Die Zusammenarbeit vor Ort ist sehr gut“, bestätigte Landrat Marko Wolfram.

Geplant seien laut Quittenbaum Investitionen in den Polizeistandort in der Cottastraße in Rudolstadt. Der Standort am Promenadenweg in Saalfeld werde dauerhaft bleiben, versicherte der Präsident. Ein weiteres Thema war das aktuelle Kriminalitätsgeschehen, darunter auch der versuchte Brandanschlag auf linke Einrichtungen in Saalfeld. Die Polizei nehme diese Angriffe sehr ernst und habe schnell drei Beschuldigte identifizieren können.

Auf Landesebene sei eine Taskforce „Sicherheit und Rückführung“ gebildet worden, um konsequent gegen ausländische Intensivtäter vorgehen zu können. „Wir sprechen über 300 Täter, die für 10.000 Straftaten verantwortlich sind“, so der Polizeichef. Wolfram begrüßte die Schaffung dieser Ermittlungsgruppe ausdrücklich. Im Landratsamt habe man ebenfalls mit einigen wenigen Intensivtätern zu tun. Mit Blick auf die Sicherheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, aber auch im Hinblick auf die Akzeptanz von Geflüchteten sei es notwendig, bei diesen Tätern konsequent zu handeln. Die enge Zusammenarbeit mit der Polizei sei dafür hilfreich und soll ausgebaut werden, vereinbarten Wolfram und Quittenbaum.

Peter Lahann
Presse- und Kulturamt