Ein großes Geburtstagsfest für den Hofkapellmeister Max Eberwein
Landkreis feiert den bedeutenden Rudolstädter zum 250. Geburtstag mit einer doppelten Einweihung
Landkreis. Fünf Jahre lang haben Dr. Peter Larsen und Frank Haenel im „Eberwein-Tandem“ an den Vorbereitungen zum 250._Geburtstag des Rudolstädter Hofkapellmeisters Traugott Maximilian Eberwein gearbeitet, um den in seiner Zeit hochgeschätzten Musiker auch in der heutigen Zeit wieder bekannt zu machen – und einen breiten Unterstützerkreis gefunden vom Landkreis und der Stadt Rudolstadt bis hin zur Deutschen Landesloge der Freimaurer. „Es kommt nur noch selten vor, dass ein praktisch unbekannter klassischer Komponist von Rang „gefunden“ wird, seine zu Unrecht vergessenen Werke nach langer Zeit nun wieder erklingen und somit ins Bewusstsein der Öffentlichkeit dringen können“, sagt Dr. Peter Larsen. Der Eberwein-Experte hatte 1994 das Eberwein-Archiv gegründet und als Projektleiter „Eberwein.250“ auch die umfassenden Jubiläums-Feierlichkeiten initiiert. Als Höhepunkt des Eberwein-Jahres war das Festkonzert am Reformationstag in der Stadtkirche Rudolstadt St. Andreas konzipiert: „Die Gunst des Augenblicks“ für Soli, Chor und Orchester op. 33 (Text: Friedrich von Schiller) brachte Eberwein-Kompositionen unter der musikalischen Leitung von Generalmusikdirektor Oliver Weder und Kirchenmusikdirektorin Katja Bettenhausen zu Gehör, die seit seiner Lebenszeit nicht mehr in Rudolstadt erklungen sind. Die Thüringer Symphoniker Saalfeld-Rudolstadt traten zusammen mit dem Oratorienchor Rudolstadt, dem Kammerchor der Hochschule FRANZ LISZT Weimar und hochkarätigen Solisten auf. Solist des Klarinettenkonzerts ist Soloklarinettist der Thüringer Symphoniker Viktor Perchyk.
Unmittelbar davor, am 27. Oktober, dem 250. Geburtstag des in Weimar geborenen Künstlers, wurde der Geburtstag doppelt gefeiert: Am Vormittag mit einem Umzug vom ehemaligen Eberwein-Wohnhaus in der Rudolstädter Schillerstraße zum Bianchi-Haus in der Marktstraße, dem Haus von Eberweins Schwiegervater Andrea Giorgio Maria Bianchi. Dem Haus gegenüber wurde die 15. Stele der Rudolstädter Köpfe eingeweiht, die in den vergangenen Monaten von Bildhauerin Sylvia Bohlen geschaffen wurde. Gemeinsam sangen die Geburtstagsgäste Eberweins bekanntestes Lied „Ergo bibamus“. Am Nachmittag konnte das restaurierte Eberwein-Denkmal auf dem von der Stadt Rudolstadt neu gestalteten Areal im Heinrich-Heine-Park mit einem Liedvortrag des Kammerchors Rudolstadt eingeweiht werden. Der in freimaurerischer Symbolik gestaltete Stein war 1832 von Eberweins Söhnen gestiftet worden.
Der Rudolstädter Steinmetz Bernd Martin verlieh ihm – wie schon einmal 2011 – neuen Glanz.
Fotos von der Einweihung der Stele am Bianchi-Haus, Neueinweihung des Denkmals im Heinepark, Konzert in der Stadtkirche : Die Einweihung der Eberwein-Stele begann am ehemaligen Wohnhaus des Komponisten in der Schillerstraße mit einem Umzug, dort hatte Dr._Peter Larsen schon 1995 eine kleine Tafelausstellung eingerichtet. Der neue inzwischen 15. „Rudolstädter Kopf“ steht nun in der Marktstraße gegenüber dem Bianchi-Haus. Anlässlich der Einweihung des restaurierten Gedenksteins im Heine-Park am Nachmittag sang der Rudolstädter Kammerchor unter der Leitung von Susi Trinter Eberweins bekanntestes Lied „Ergo bibamus“, das schon am Vormittag erklungen war.
Fotos Martin Modes (Stele, Denkmal), Wolfgang Köhler (Konzert)