Ein Einblick in die Fülle der Aktivitäten der Seniorenarbeit

Autor/in: Martin Modes

Landrat trifft sich mit Seniorenvertretern – Bilanz 2025 und Planung für 2026

Bad Blankenburg. „Mit 77 Jahren – da fängt das Leben an“ – damit begrüßte am 12. November Christine Wichert, die Vorsitzende des Bad Blankenburger Seniorenbeirats die Teilnehmer an einer Zusammenkunft der Seniorenvertreter im Landkreis – für sie war es gleich eine kleine Geburtstagsfeier. Zu den Geburtstagsgästen im Allianz-Café gehörte auch Landrat Marko Wolfram, der gern gekommen war, um neben dem Erfahrungsaustausch seinen Dank und seine Wertschätzung für die Arbeit der ehrenamtlich Aktiven in der Seniorenarbeit zum Ausdruck zu bringen. Birgit Wersch von der Stabsstelle Planung und Controlling im Landratsamt hatte als zuständige Planungskoordinatorin zum halbjährlichen Treffen eingeladen, um mit den Vertretern der Seniorenbeiräte der Städte im Städtedreieck, der Seniorenbeauftragten des Landkreises und dem Seniorenbüro bei Kaffee und Kuchen Danke zu sagen, Bilanz zu ziehen und das Jahr 2026 in den Blick zu nehmen.

„Die Fülle der Aktivitäten und der Vorhaben ist beeindruckend“, so der Landrat. „Das alles aus erster Hand zu erfahren, ist für meine Arbeit wichtig – zumal ich ja über das Agathe-Projekt, das Landesprogramm Solidarisches Zusammenleben LSZ oder das Seniorenbüro vielfältig in die Seniorenarbeit eingebunden bin.“

Ein Höhepunkt des kommenden Jahres in der Seniorenarbeit steht bereits fest. Am 10. Februar 2026 wird es ein „Sicherheitskonzert für die Senioren“ in der Landessportschule Bad Blankenburg geben, so der Arbeitstitel. Der Landesseniorenrat und die Landespolizei starten hier das neue Format „Mit Sicherheit Musik“. Die älteren Menschen sind eingeladen, einerseits ein Konzert mit dem Thüringer Landespolizeiorchester zu erleben, andererseits wird die Polizei in unterhaltsamer Form über Sicherheitsfragen und Themen wie Trickbetrug informieren. „Das ist der thüringenweite Auftakt“, erläutert die Vorsitzende des Landesseniorenrates und zugleich Seniorenbeauftragte des Landkreises, Alexandra Graul.

Nach diesem Probelauf im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt soll es auch in allen anderen Landkreisen in Thüringen solche Veranstaltungen geben. Und die Seniorenbeauftragte des Landkreises, Alexandra Graul, ergänzt. „Wir wollen die normalen Menschen in unseren Gemeinden erreichen und nicht nur die Multiplikatoren.“ Bei der Veranstaltung wird es auch einen Markt der Möglichkeiten geben, bei dem sich die Wohlfahrtsverbände im Landkreis und die Landkreisverwaltung mit den Angeboten für ältere Menschen u.a. das Agathe-Projekt präsentieren werden.

Über die Arbeit in Bad Blankenburg berichtete Geburtstagskind Christine Wichert. Der städtische Seniorenbeirat werde erst wieder mit der nächsten Stadtratswahl gewählt. Durch die enge Anbindung an den Stadtrat und die Teilnahme am Sozialausschuss könne sie die Interessen der älteren Menschen gut einbringen. Dadurch könnten auch mit dem Bürgermeister viele Probleme unkompliziert und auf dem direkten Weg geklärt werden. Erfolgreich bei den Menschen seien die Gesprächskreise bei der Diakonie am Markt, hob sie hervor.

Auch Elke von Rein, die Leiterin des Seniorenbüros des Landkreises, berichtete über erfolgreiche Projekte – wie zuletzt eine Veranstaltung in Oberweißbach, wo der Auftritt einer Tanzgruppe für Begeisterung sorgte. Im Rahmen eines Mikroprojektes aus der LSZ-förderung wurde generationenübergreifend gefeiert. „Es ist genau richtig, was wir dort machen“, so ihr Fazit angesichts der großen Resonanz bei den Besuchern.

Besonders spannend waren die Ausführungen von Wolfgang Roßberg, dem Saalfelder Seniorenbeiratsvorsitzenden, der auf die historische Entwicklung seines Gremiums einging. Während der Rudolstädter Seniorenbeirat kürzlich sein 30jähgriges Bestehen feiern konnte, gibt es diese Institution in Saalfeld erst seit dem Jahr 2014 im Zuge des Seniorenmitwirkungsgesetzes. Vorher wurde die Saalfelder Seniorenarbeit vom Verein „Seniorenvertretung Saalfeld e.V.“ getragen.

In Saalfeld endet demnächst die inzwischen dritte vierjährige Wahlperiode. Am 6. Mai 2026 wählt der Saalfelder Stadtrat wieder 14 Mitglieder in das Gremium. „Vor vier Jahren hatten wir die komfortable Situation, dass sich 20 Menschen beworben haben. Da einige der derzeitigen Mitglieder alters- oder krankheitsbedingt nicht mehr zur Verfügung stehen werden, „suchen wir neue Mitglieder, die sich ehrenamtlich engagieren wollen.“ Aufrufe dazu werde es noch über die Wohlfahrtsverbände, Gewerkschaften, Sportbereichen, Kommunaleinrichtungen und die Kirche geben. „Wir suchen auch jüngere Menschen, die sich engagieren wollen. Auch wer noch nicht im Rentenalter ist, kann sich in den Seniorenbeirat einbringen.“ Derzeit sei das jüngste Mitglied 57 Jahre.

Auch der Saalfelder Seniorenbeirat setzt sich mit seinen Aktivitäten auf vielfältige Weise ein und wirkt mit seinen Veranstaltungen gegen Vereinsamung älterer Menschen und geht damit auch in die Ortsteile. „Begeistert berichtet Roßberg über ein aktuelles Projekt mit Schülern der 9. Klasse des Heinrich-Böll-Gymnasiums. Dort entsteht gerade ein internationales Kochbuch in Zusammenarbeit von Schülern und Senioren.

Alle Teilnehmer begrüßten, dass es auch in diesem Jahr wieder den vom Landkreis herausgegebenen LSZ-Familienkalender gibt, dessen Verteilung bereits begonnen hat. Er erfreut sich nicht nur bei älteren Menschen großer Beliebtheit, deshalb hat die Fachplanerin Familienförderung Nicola Stolarikova die Auflage in diesem Jahr von 1000 auf 1200 erhöht.

Den Familienkalender erhalten Familien kostenfrei über die Projekte und Einrichtungen der Familienförderung, wie zum Beispiel bei den Sozial-Lotsen, dem Seniorenbüro in Saalfeld, dem Thüringer Eltern-Kind-Zentrum Kindergarten "Senfkorn" in Königsee-Rottenbach, die Erziehungsberatungsstellen in Saalfeld und in Rudolstadt, dem Beratungszentrum "Kleeblatt" in Königsee und vielen Weiteren. Der Famlienkalender ist auch direkt im Landratsamt im Saalfelder Schloss am Empfang erhältlich. Bei Fragen und weiterem Bedarf an Familienkalendern können sich Interessenten bei Fachplanerin Nicola Stolarikova unter 03671 823 873" melden.

Martin Modes
Presse- und Kulturamt

Foto Martin Modes: Die Teilnehmer am Treffen, in der Mitte Geburtstagskind Christine Wichert mit Landrat Marko Wolfram