Ehrenamtliche Wanderwegewarte geehrt

Arbeitsgruppe Wandern trifft sich im Landratsamt – Auszeichnung und Vorträge

Saalfeld. Ehrenamtliche Wegewarte sind das Rückgrat einer guten Wanderinfrastruktur: Sie halten Wege lesbar, sicher und nutzbar, stärken das touristische Angebot und schützen zugleich die Region vor Verfall, Schäden und unnötigen Kosten. Am Dienstag, 2. Juni, fand im Landratsamt die jährliche Arbeitsgruppensitzung statt. Kreiswegewart Dirk Fischer hatte Fachvorträge und eine Überraschung organisiert.

Gleich zu Beginn der Tagesordnung begrüßte Landrat Marko Wolfram die Gäste. „Wir freuen uns, dass derzeit im Kreisgebiet 34 ehrenamtliche Wegewarte im Auftrag der Kommunen tätig sind und das örtliche Wanderwegenetz pflegen sowie instandhalten“, sagte Wolfram. Ihr Ehrenamtliches Engagement in der Wegearbeit ist so wichtig, weil sie die Sichtbarkeit, Sicherheit und Qualität der Wanderwege im Alltag sichern. Ohne ihre regelmäßige Kontrolle, Nachmarkierung und kleine Instandsetzungen würden Orientierung, Aufenthaltsqualität und damit auch die Attraktivität einer Wanderregion schnell leiden.

Wolfram hob Fortschritte bei der Digitalsierung hervor. Seit 2018 werde durch die Wegewarte ein gemeinsames digitales Wegekataster auf der Internetplattform „Outdooractive“ gepflegt, das allen Wanderwegewarten und Touristikern in Thüringen zur Verfügung steht. „Ihre ehrenamtliche Arbeit entlastet die Kommunen und trägt maßgeblich zu einer guten Qualität des Wanderangebots bei“, sagte Wolfram. Als Dank für ihr Engagement erhielten die Wegewarte eine speziell entwickelte Werkzeugkiste, in der das nötige Werkzeug für die Markierung von Wegen oder einfachen Pflegearbeiten passt. Ein Gutschein für einen Baumarkt und eine hochwertige Trinkflasche rundeten das Dankeschön ab.

Im Anschluss berichtete Thomas Lemke von der Zentrale von ThüringenForst in Erfurt über den aktuellen Zustand des Waldes und gab einen Ausblick auf dessen weitere Entwicklung. Zudem stellte er das gemeinsame Projekt „Wegepflege“ von ThüringenForst und dem Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Landwirtschaft und Ländlichen Raum (TMWLLR) vor. Dabei ging er sowohl auf bereits umgesetzte Maßnahmen – wie die kürzlich instandgesetzte Werrebrücke – als auch auf laufende Vorhaben, beispielsweise die „Rudolstädter Riviera“, ein. Ein Schwerpunkt der Projekte im Landkreis liegt auf Freischnitt- und Instandhaltungsmaßnahmen.

Abschließend wurde das Projekt „Trekkingplattformen“ vorgestellt, das ThüringenForst im Auftrag des TMWLLR an den Etappenzielen des Rennsteigs realisiert. In diesem Zusammenhang wurden insbesondere die Herausforderungen bei der Umsetzung thematisiert, die sich aus unterschiedlichen Zuständigkeiten ergeben.

Ralf Thun von der AG Heimatpflege im Kulturbund stellte das Beschilderungsprojekt der Arbeitsgruppe vor. An vielen Orten im Landkreis seien inzwischen Schautafeln mit interessanten historischen Fakten aufgestellt worden, um Wanderer über die geschichtlichen Besonderheiten der Region zu informieren. Die Etablierung historischer Informationstafeln entlang des neu entstehenden Thüringer-Meer-Wegs ist bereits vorgesehen. Eine darüber hinausgehende, kreisweite Anwendung zur Darstellung historischer Besonderheiten im Rad- und Wanderwegenetz wird ausdrücklich begrüßt.

Dirk Fischer stellte im Anschluss die aktuellen Entwicklungen im Bereich Wandern auf Landes- und Kreisebene vor. Zudem präsentierte er die kreiseigene Förderrichtlinie für Rad- und Wanderwege sowie die Projekte, die von den Kommunen im laufenden Jahr im Rahmen dieser Richtlinie initiiert wurden und sich bereits in der Umsetzung befinden. Darüber hinaus wurden laufende und geplante Projekte der Kommunen sowie des Landkreises vorgestellt.

Peter Lahann
Presse- und Kulturamt