Mit Alpakas und digitalem Training gegen Demenz

Autor/in: Franziska Ehms

„Vergiss mein nicht“ im Saalfelder Schloss zieht viele Besucher

Saalfeld. Am Mittwoch, 22. April 2026, fanden im Schlosshof und der Schlosskapelle des Saalfelder Schlosses die Veranstaltung zum Thema Demenz unter dem Motto „Vergiss mein nicht“ statt. Die gut besuchte Veranstaltung war eine Kooperation vom Gesundheitsamt des Landkreises Saalfeld-Rudolstadt, der Diakoniestiftung Thüringen und dem Seniorenbüro des Landkreises Saalfeld-Rudolstadt.

Eröffnet wurde die Veranstaltung von Landrat Marko Wolfram und Christian Stiehler, Leiter des Gesundheitsamtes. Stieler erläuterte, dass die Anzahl an Demenzerkrankten in ganz Deutschland immer weiter ansteigt: „Prognosen zufolge wird die Zahl der Betroffenen von 1,8 Millionen bis zum Jahr 2050 auf etwa 2,8 Millionen steigen. Umso wichtiger ist daher die Prävention, denn nur durch frühzeitige Maßnahmen lässt sich dieser Anstieg verlangsamen oder im besten Fall verringern.“

Marko Wolfram zeigte sich von der Veranstaltung begeistert: „Das große Interesse an der Veranstaltung in unserer Schlosskapelle freut mich sehr. Mein Dank gilt dem Leiter des Gesundheitsamtes, Christian Stiehler, seinem engagierten Team und allen Kooperationspartnern. Besonders erfreulich ist die enge Zusammenarbeit der Einrichtungen in unserem Landkreis – denn nur miteinander können wir uns den Herausforderungen des Älterwerdens unserer Gesellschaft stellen.“

In Fachvorträgen erhielten Besucherinnen und Besucher Einblicke in unterschiedliche Aspekte der Demenz-Erkrankung. So berichteten Jana Baran, Stationsleitung Gerontologie, Ulrike Elle, Physiotherapeutin, Ute Sommer, Ergotherapeutin, und Yvonne Graf, Sozialarbeiterin, über den Umgang mit Demenz im Klinikalltag der Thüringen-Kliniken. Martin Gebhardt, Vorsitzender der Alzheimer Gesellschaft Thüringen e.V. Selbsthilfe Demenz, informierte darüber, welche vielfältigen Möglichkeiten es gibt, um Demenz vorzubeugen. Dazu gehören unter anderem gesunde Ernährung und ein aktiver Lebensstil. Außerdem stellte Dr. Doron Benjamin Stein mit „Memodio“ eine digitale Gesundheitsanwendung vor, die das Gedächtnis trainieren und die geistige Fitness fördern soll. Der Geschäftsführer empfiehlt, die Gesundheitsanwendung täglich für 20 Minuten anzuwenden, um signifikante Verbesserungen zu erreichen. Die Kosten für die App „Memodio“ wird von den Krankenkassen übernommen.

Ein besonderer Höhepunkt der Veranstaltung war der Besuch der Alpakas vom Althof. Dass diese Tiere nicht nur Kindern eine große Freude machen, verriet Lama- und Alpakatherapeutin Jenny Ohlhoff: „Begegnungen mit Lamas und Alpakas können sich positiv auf Menschen mit Demenz auswirken, indem sie depressive Symptome und Aggressionen reduzieren. Gleichzeitig fördern die Tiere das emotionale Wohlbefinden und leisten damit einen wichtigen Beitrag zu einer höheren Lebensqualität.“

Für die Barrierefreiheit in der Schlosskapelle sorgte Reha aktiv 2000 GmbH. Während der Vortragspausen hatten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Möglichkeit, sich an Informationsständen über verschiedene Angebote der Kooperationspartner zu informieren. Dabei konnten die jüngeren Besucherinnen und Besucher auch einen Altersanzug testen, um die körperlichen Schwierigkeiten im Alter besser nachvollziehen zu können. Außerdem war die Kombus mit einem Bus vor Ort und bat ein Mobilitätstraining an. Interessierte Personen konnten so stressfrei testen, wie der Busein- und -ausstieg mit Gehhilfen am besten funktioniert.

Franziska Krämer, Teamassistenz im Sachgebiet Prävention und Gesundheit, zog ein positives Fazit zur Veranstaltung: „Es freut mich sehr, dass die Veranstaltung auf so großes Interesse bei den Bürgerinnen und Bürgern gestoßen ist. Mein besonderer Dank gilt unseren Kooperationspartnern für ihre wertvolle Unterstützung.“

Franziska Ehms
Presse- und Kulturamt