Arbeitsbesuch von MdL Lutz Liebscher im Saalfelder Schloss
Lutz Liebscher zum Gespräch bei Landrat Marko Wolfram und in der Gemeinschaftsschule Kaulsdorf – Regierungsfraktionen wollen Saalbahn wieder stärken
Saalfeld. Der Vorsitzende der SPD-Fraktion im Thüringer Landtag, der Jenaer Landtagsabgeordnete Lutz Liebscher, war in der vergangenen Woche zu Gast im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt. Bei einem Arbeitsgespräch im Saalfelder Schloss besprachen Landrat Marko Wolfram und Liebscher unter anderem die Stärkung der Saalbahn und den Neubau des Bettenhauses der Thüringen-Kliniken. Anschließend besichtigten sie gemeinsam die Gemeinschaftsschule in Kaulsdorf (s. gesonderter Bericht).
Beim Arbeitsgespräch im Saalfelder Schloss informierte sich Landrat Wolfram aus erster Hand über Themen aus der Landespolitik, die auch für den Landkreis und seine Kommunen von höchstem Interesse sind. Dazu gehörte das Thema Novelle des Kindergarten-Gesetzes. Trotz aktuell sinkender Geburtenzahlen soll damit erreicht werden, auch die Zukunft kleiner Einrichtungen im ländlichen Raum zu sichern, so Liebscher. Weitere Themen waren der Kommunale Finanzausgleich und die ärztliche Versorgung im Landkreis. Mit dem Neubau des Bettenhauses an der Thüringen-Klinik wird das Krankenhaus als zentrale Versorgungseinrichtung der Region gestärkt, wie Landrat Wolfram dem Gast aus Jena erläuterte.
Als Vorsitzender des Ausschusses für Digitales und Infrastruktur und damit auch des zuständigen Fachausschusses für Verkehr im Thüringer Landtag berichtete Lutz Liebscher aus erster Hand über die aktuelle Initiative der drei Regierungsfraktionen. Sie hatten im März einen Antrag gestellt, Ostthüringen besser an den Schienenverkehr anzubinden und damit auch die Saalbahn zu stärken „um die aktuelle Situation rasch und wirksam zu verbessern“, wie es in dem Antrag heißt. Der Antrag befindet sich derzeit im parlamentarischen Verfahren.
„Aus Sicht unseres Landkreises kann ich das nur unterstützen, denn umsteigefreie Verbindungen sind für Bahnreisende erfahrungsgemäß am wichtigsten“, so Landrat Marko Wolfram.
Ein zentrales Anliegen des Antrages sei es, die bereitgestellten Mittel von jeweils 10 Mio. Euro pro Jahr im Doppelhaushalt 2026/2027 des Landes auf der Saalbahn so einzusetzen, so dass zusätzliche Expressverbindungen auf der Schiene bestellt werden können. Denn die 2017 mit der Inbetriebnahme der ICE-Strecke über Erfurt eingeführte Übergangslösung mit umsteigefreien Regionalexpresszügen von Jena nach Nürnberg auf der Saalbahn war mit dem Fahrplanwechsel 2024 eingestellt worden. Seitdem ist die Verbindung auf der Saalbahn zwischen Leipzig, Naumburg, Jena und Rudolstadt nur noch mit Umstiegen gewährleistet.
Um das Anliegen umzusetzen, nennt der Antrag eine zentrale Voraussetzung: Die überregionalen Anbindungsbedürfnisse der Region als Kompensation für fehlenden Fernverkehr können nur befriedigt werden, wenn die benötigten länderübergreifenden Verbindungen von Leipzig über Gera oder Jena nach Saalfeld und weiter bis nach Nürnberg von allen beteiligten Ländern mitgetragen werden. Dazu soll sich die Landesregierung im Zusammenwirken mit den weiteren betroffenen Ländern einsetzen, eine nachhaltige Lösung für einen verlässlichen Schienenpersonenverkehr einzusetzen – sowohl auf der Saalbahn wie auf der Mitte-Deutschland-Verbindung.
Martin Modes
Presse- und Kulturamt