„Die Scham muss die Seite wechseln!“

Autor/in: Martin Modes

Ausstellung „Gemeinsam gegen Sexismus“ bis zum 21. Mai in der Galerie im Saalfelder Schloss

Saalfeld. Landrat Marko Wolfram und die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises, Beate Breuer, haben heute Morgen in der Galerie im Saalfelder Schloss die neue Ausstellung „Gemeinsam gegen Sexismus“ eröffnet. Beate Breuer konnte die Roll-Up-Wanderausstellung der Koordinierungsstelle zur Umsetzung der Istanbul-Konvention in Thüringen bis zum 21. Mai für den Landkreis sichern. Damit möglichst viele Menschen sich mit dem Thema beschäftigen, will sie Schulen und Einrichtungen motivieren, die Ausstellung im Landratsamt mit Gruppen zu besichtigen.

„Die Wahrung persönlicher Grenzen und ein wertschätzendes Miteinander sind unverzichtbar für unsere Gesellschaft“, erklärte Marko Wolfram. „Die Ausstellung zeigt eindrücklich auf, wie oft wir im Alltag noch immer mit Vorurteilen und respektlosem Verhalten konfrontiert werden – sei es am Arbeitsplatz, im öffentlichen oder im digitalen Raum.“ Weil Respekt und Gleichberechtigung unverhandelbare Werte seien, könne die Ausstellung einen kleinen aber wichtigen Beitrag zur Aufklärungs- und Sensibilisierungsarbeit in der Gesellschaft liefern.

Als Gleichstellungsbeauftragte ist Beate Breuer täglich mit dem Thema beschäftigt und bemängelt „Auf Grund des Geschlechts herabgewürdigt zu werden, ist Sexismus, der in vielen gesellschaftlichen Bereichen auftritt – und es wird ungern darüber gesprochen.“ Deshalb unterstreicht sie die Botschaft von Giselle Pelicot, die als Opfer von extremer Gewalt öffentlichkeitswirksam fordert: „Die Scham muss die Seite wechseln!“

Die Ausstellung bildet ab, wie vielfältig die Erscheinungsformen von Sexismus in der Gesellschaft sind. Auf den Tafeln ist einprägsam nachzulesen, wo Sexismus vorkommt - im öffentIichen Raum, im eigenen zu Hause, bei der Arbeit oder in den Medien. Die Ausstellung klärt auch darüber auf, welche Auswirkungen das auf die Betroffenen hat. Wobei Beate Breuer ausdrücklich betont, dass die Erfahrung mit Sexismus nicht ausschließlich auf Frauen beschränkt ist.

Martin Modes
Presse- und Kulturamt