Landräte wollen Olitäten-Tradition kreisübergreifend stärken
Petra Enders und Marko Wolfram sehen großes Entwicklungspotenzial
Arnstadt. In einem gemeinsamen Arbeitstreffen zwischen Landrat Marko Wolfram und Petra Enders, Landrätin des Ilm-Kreises, das kürzlich stattfand, ging es um gemeinsame Wege zur touristischen Stärkung der regionalen Olitäten-Tradition. Ziel der beiden Landräte ist es, das Thema Olitäten als jahrhundertalte Kunst der Kräuteröl- und Essenzherstellung wieder stärker ins Bewusstsein zu rücken. „Die Olitäten sind ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal für unsere beiden Landkreise. Sie gehören zu unserem kulturellen Erbe und sind ein echtes Markenzeichen des Thüringer Waldes“, betonte Landrat Marko Wolfram.
Landrätin Petra Enders: „Aus dem Thüringer Wald trugen die Buckelapotheker die Salben, Tinkturen und Essenzen durch ganz Europa und begründeten damit den weltweiten Ruf der Thüringer Olitäten. Es ist an uns, dieses Erbe zu bewahren und künftige Generationen dafür zu begeistern.“
Das Interesse an Kräuter- und Heilkunde liegt seit Jahren im Trend - die vielerorts angebotenen Kräuterseminare, Märkte, Feste und Wandertouren erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. „Es wäre schön, wenn wir das Olitätenland wieder stärker sichtbarer machen könnten“, unterstrich Landrätin Petra Enders und verwies auf bereits bestehende Olitäten-Wanderrouten, die Orte wie Schmiedefeld, Oberweißbach, Bad Blankenburg, Königsee oder Großbreitenbach verbinden.
Gemeinsam prüfen beide Kreise nun die Möglichkeiten für eine stärkere Vernetzung von regionalen Vereinen und Akteuren zum Thema. Dazu will man u. a. auch mit der Tourismusregion Rennsteig-Schwarzatal, dem Thüringer Kräutergarten/Olitätenland e. V. und der Stadt Großbreitenbach ins Gespräch kommen, um konkrete Maßnahmen zur besseren Vermarktung zu planen.
Im Februar fand bereits ein Workshop zur Weiterentwicklung des Themas Olitäten im Schwarzatal statt, der vom Regionalverbund Thüringer Wald unterstützt wurde. Insgesamt nahmen zwölf Akteurinnen und Akteure aus der Region teil, um gemeinsam Ideen für die touristische und inhaltliche Weiterentwicklung zu erarbeiten. Im Mittelpunkt des Workshops standen drei zentrale Ansätze: die Entwicklung von Tagesangeboten, Mehrtagesangeboten sowie die Perspektive eines eigenen Labels rund um das Thema Olitäten im Schwarzatal. Darüber hinaus soll ein Flyer entwickelt werden, der die neuen Ansätze und Angebote bündelt und unter anderem auf der ITB Berlin präsentiert werden kann. Für die weitere Entwicklung ist zudem eine Zusammenarbeit mit der Stadt Großbreitenbach geplant. Die beteiligten Akteure sollen zum nächsten geplanten Workshop erneut eingeladen werden, um die Ideen weiter zu konkretisieren und gemeinsame Projekte voranzubringen.
Das Treffen der Landräte unterstreicht nicht nur die Bedeutung der Traditionspflege, sondern auch die gute interkommunale Zusammenarbeit zwischen den Landkreisen Saalfeld-Rudolstadt und Ilm-Kreis.
Carolin Schreiber
Presse- und Kulturamt