Teurer Unterhaltsvorschuss trotz sinkender Fallzahlen
Ausgaben bleiben stabil hoch – steigende Zahl von Altfällen
Saalfeld. Die Ausgaben des Landkreises im Rahmen des Unterhaltsvorschussgesetzes bleiben stabil hoch, trotz sinkender Fallzahlen. 4,2 Millionen Euro gab der Landkreis im vergangenen Jahr für 1499 Fälle aus. Unterhaltsvorschuss wird immer dann gewährt, wenn die leiblichen Sorgeberechtigten – in der Regel sind es die Väter - ihren Unterhaltsverpflichtungen nicht nachkommen. Im Jahr 2024 waren es 4,3 Millionen Euro für 1736 Fälle. Auf hohem Niveau bleibt die Zahl der Altfälle, bei denen der Landkreis keine Zahlungen mehr leistet, aber weiterhin offene Forderungen gegenüber den Sorgeberechtigten bestehen.
Die insgesamt seit 2021 steigenden Ausgaben resultieren hauptsächlich aus steigenden Leistungsbeträgen des Mindestunterhaltssatzes, die je nach Alter der Kinder und Jugendlichen gestaffelt sind. Lagen die Leistungsbeträge für 0- bis 5-Jährige 2021 noch bei 174 Euro pro Monat, sind es inzwischen 227 Euro monatlich. Für 6- bis 11-Jährige wurden vor fünf Jahren 232 Euro im Monat gezahlt, 2025 waren es 299 Euro. Bei den 12- bis 17-Jährigen stieg der monatliche Auszahlungsbetrag im gleichen Zeitraum von 309 auf 394 Euro.
Die Zahl der Fälle, für die Unterhaltsvorschuss beantragt wurde, lag im Jahr 2021 bei 1671, stieg bis 2023 auf ein Zwischenhoch von 1802 und ist seitdem wieder rückläufig. Parallel dazu nahm die Zahl der Altfälle stetig zu, bei denen offene Forderungen gegenüber den eigentlich Zahlungspflichtigen bestehen. Gab es 2021 noch 5337 Altfälle sind es inzwischen 5754. Die Durchsetzung der offenen Forderungen ist sehr aufwendig und personalintensiv. Aktuell werden weniger als 20 Prozent der gewährten Leistungen von den Vätern wieder eingetrieben.
Peter Lahann
Presse- und Kulturamt