Carmen Frey: „Uns ist es wichtig, die Schülerzahlen zu halten“

Arbeitsbesuch von Bildungs-Staatssekretär in Medizinischer Fachschule Saalfeld

Saalfeld. Ein Arbeitsbesuch führte am Montag Staatssekretär Dr. Bernd Uwe Althaus vom Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur (TMBWK) nach Saalfeld – dort besprach er aktuelle Schulangelegenheiten in Begleitung von Landrat Marko Wolfram, Bürgermeister Dr. Steffen Kania und Landtagsmitglied Maik Kowalleck zunächst in der Marco-Polo-Grundschule und anschließend in der Medizinischen Fachschule (Mefa). Weitere Gäste an der Mefa waren der zuständige Referatsleiter des TMBWK, Knut Effler, sowie der Schulamtsleiter des Staatlichen Schulamts Südthüringen, Michael Kaufmann.

In der Mefa stellte Carmen Frey den Gästen zunächst das aktuelle Schulkonzept vor, ehe sie Dr. Althaus das Gebäude bei einem Rundgang präsentierte. Frey ist seit 2022 Schulleiterin an den Staatlichen Berufsbildende Schule für Gesundheit und Soziales - Medizinische Fachschule Saalfeld „Georgius Agricola“, die sich in Trägerschaft des Landkreises Saalfeld-Rudolstadt befindet und 1974 gegründet wurde. Den Namen Georgius Agricola trägt die Schule seit 1999, das hatte sich durch die enge Kooperation mit den Thüringen-Kliniken ergeben.

Zur Schule gehören zwei Standorte.  Im Hauptstandort in Saalfeld werden therapeutische und pflegerische Berufe, im Standort in Unterwellenborn auf dem Gelände des SBZ des Landkreises Saalfeld-Rudolstadt werden im Haus E und F die sozialen Berufe ausgebildet.

„Als ich 2022 meine Tätigkeit als stellvertretende Schulleiterin begann, hatte die Schule 425 Schülerinnen und Schüler“, so Frey. Seitdem konnte die Schülerzahl durch gezielte Maßnahmen kontinuierlich steigen. Zunächst stiegen die Schülerzahlen im Schuljahr 2023/2024 auf 495, im Schuljahr 2024/2025 auf 522 und im laufenden Schuljahr auf 570 Schüler.

Zur steigenden Schülerzahl trugen eine aktive Öffentlichkeitsarbeit, die Teilnahme an Berufsmessen und Tage der offenen Tür bei. Im Saalfelder Stadtbild präsentierte sich die Schule beim Firmenlauf und beim Festumzug zum 1125-jährigen Bestehen im Jahr 2024. Besonders erfolgreich an der Schule sind das Berufsvorbereitungsjahr (BVJ) und das BVJ-Sprache.

Darüber hinaus interessierte den Erfurter Gast besonders der Anteil der Schüler mit Migration. Das trifft derzeit für 78 der 570 Schüler zu. Insbesondere bei den Physiotherapeuten seien ukrainische Schüler. Mit einem kleinen Kollegenteam haben Herr Däumler und Frau Frey den BVJ-Bereich aufgebaut, welcher gut funktioniert. „Die Schüler kommen gerne zu uns und wollen richtig lernen“, so ihr Fazit.

Zu den Besonderheiten der Arbeit in der Medizinischen Fachschule gehört die Kooperation mit der Thüringer Gemeinschaftsschule Kaulsdorf und der Regelschule Unterwellenborn. Die Schülerinnen und Schüler kommen dazu einmal in der Woche zum WRT-Unterricht in die Mefa. „Diese Unterstützung ist für unsere Schulen eine große Hilfe“, bedankte sich Landrat Marko Wolfram.

Insgesamt diskutierte die Arbeitsrunde mit Staatssekretär Dr. Althaus, wie man den Schulstandort stärken könne. Einen Schwerpunkt dabei bildet die Ausbildung der medizinischen Fachangestellten, denn im kommenden Schuljahr kann die Mefa die Ausbildung hier aufgrund der Vorgaben des bestehenden Schulnetzplanes nicht übernehmen. Damit müssen künftige medizinische Fachangestellte aus der Region bis nach Jena fahren – was etwa für junge Menschen aus den Außenbereichen des Landkreises wie aus Katzhütte einen nicht zu bewältigenden Schulweg bedeutet.

Hier wünschen sich die Verantwortlichen aus Schule und Landkreis einen Weg, die medizinischen Fachangestellten wieder an der Mefa auszubilden. Dr. Althaus zeigte sich offen, ein Modellprojekt mit einem größeren Einzugsgebiet zu unterstützen. Das Berufsschulnetz habe auch einen sozialen Aspekt. „Der ländliche Raum braucht eine Stärkung“, so Dr. Althaus.

Erläuterungen zu den Möglichkeiten gab der zuständige Referatsleiter des TMBWK, Knut Effler. Er stellte für den kommenden Schulnetzplan des Landes 2028 bis 2034 grundsätzlich eine veränderte Anpassung des bisherigen Konzeptes in Aussicht.

Weitere Themen beim Besuch aus Erfurt waren Junges Wohnen sowie die mögliche Nutzung der Räumlichkeiten in der benachbarten Thüringen-Kliniken, wenn das neue Bettenhaus einmal stehen wird.

Martin Modes
Presse- und Kulturamt

Fotos:

  1. Gesprächsrunde mit Staatssekretär Althaus
  2. Beim Rundgang v.li. Staatssekretär Dr. Bernd Uwe Althaus, Schulleiterin Carmen Frey, Referatsleiter des TMBWK, Knut Effler
  3. und 4. Die Mefa beim Festumzug 1125 Jahre Saalfeld im Jahr 2024