Einblicke ins Kreisarchiv Saalfeld-Rudolstadt
Nachfrage bleibt hoch – Archiv modernisiert Magazinräume
Rudolstadt. Das Kreisarchiv Saalfeld-Rudolstadt verzeichnete auch im Jahr 2025 ein weiterhin hohes Interesse an seinen Beständen. Insgesamt konnten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter 607 Anfragen beantworten. Trotz zeitweiser eingeschränkter personeller Kapazitäten steigt das Anfrageaufkommen stetig weiter und liegt nun bei rund 55 Prozent über dem Wert von 2018. Schwerpunkte der Anfragen waren erneut historische Bauunterlagen und Einträge aus Personenstandsbüchern. Die Nachfrage nach Bauakten stieg im Jahr 2025 auf 211 Anfragen, nachdem es 2024 noch 165 und im Jahr 2023 147 Anfragen gewesen waren. Das Interesse an Personenstandsbüchern ging mit 179 Anfragen hingegen leicht zurück. Darüber hinaus gaben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Archivs Auskünfte z.B. zu Anfragen im Zusammenhang mit der Rehabilitierung von Heimeinweisungen zu DDR-Zeiten, aus alten Meldeunterlagen sowie zu ortsgeschichtlichen Themen.
Zu Akteneinsichten direkt vor Ort im Kreisarchiv kamen 2025 insgesamt 38 Bürgerinnen und Bürger. Diese Zahl war im Vergleich zu den Vorjahren leicht sinkend. Die Ursache sind vor allem die historischen Bauakten: – wo vor einigen Jahren oft noch eine persönliche Einsichtnahme stattfand, wird heute die Akte häufig direkt als Kopie oder Digitalisat bestellt. Diese Form der Bereitstellung erleichtert den Bürgern den Zugang zu den Unterlagen erheblich, erfordert jedoch eine sorgfältige und aufwendige Bearbeitung durch das Kreisarchiv.
Neben der Funktion als öffentliches Archiv für alle Bürgerinnen und Bürger des Landkreises unterstützt das Kreisarchiv auch das Landratsamt mit der Bereitstellung älterer Unterlagen bei der täglichen Verwaltungsarbeit. So wurden im Jahr 2025 144 Akten aus dem Kreisarchiv ausgeliehen – 11 mehr als im Vorjahr.
Das Kreisarchiv hat im vergangenen Jahr 31,7 laufende Meter (lfm) papiergebundenes Archivgut übernommen, deutlich weniger als die 44,3 lfm im Jahr 2024. Ursache dafür sind unter anderem erste Effekte der Digitalisierung in den Fachämtern: Schriftgut, das nur kurzfristig aufzubewahren ist, wird zunehmend digital statt in Papierform archiviert. Gleichzeitig wird nur Archivgut übernommen, dessen Aufbewahrung gesetzlich vorgeschrieben ist oder das einen relevanten historischen Wert besitzt. So konnten im Jahr 2025 durch engagierte Bürgerinnen und Bürger insbesondere Bestände zur Regelschule Gräfenthal, zum Geschichtsverein Maxhütte sowie zur ehemaligen Mühle Mellenbach übernommen werden.
Um für künftige Übernahmen von weiterem Archivgut gerüstet zu sein, begann das Kreisarchiv 2025 mit der baulichen Ertüchtigung seiner Magazinräume. In drei Räumen werden besonders tragfähige Böden installiert, um moderne Rollregalanlagen aufzustellen. Diese nutzen den vorhandenen Raum deutlich effizienter als Stand- oder ältere Hebelschubanlagen und erhöhen die Lagerkapazität eines Raums um bis zu 40 %.
Martin Gretscher
Kreisarchiv
Franziska Ehms
Presse- und Kulturamt