Fachtagung zur kostbaren Ressource Wasser
Experten beschäftigen sich in Bad Blankenburg mit unterschiedlichen Aspekten
Saalfeld. „Diese Fachtagung bündelt Wissenschaft, Technik und Praxis in vorbildlicher Weise“, fasste Landrat Marko Wolfram als Schirmherr in seiner Eröffnungsrede am Dienstag, 13. Januar, die Bedeutung des Fachtages Wasser zusammen, der über 60 Teilnehmer aus der Praxis in der Erlebnisbrauerei Watzdorf zusammenführte. „Mein Dank gilt den Organisatoren und den engagierten Referenten, die hier in familiärer Atmosphäre wichtige Weichen für die Zukunft stellen.“
Zufrieden äußerte sich Ralf Frost vom Gewerbezentrum Rudolstadt, der als Initiator den „Fachtag Wasser“ zusammen mit dem Verein Saalewirtschaft e.V., dem Naturpark Thüringer Wald und in Kooperation mit weiteren Partnern organisiert hatten. Sein Ziel: Verwaltung, Unternehmen und Verbände besser miteinander zu vernetzen.
Zunächst konnten die Teilnehmer bei einer Führung mit Brauereichef Tobias Rögner in der Watzdorfer Erlebnisbrauerei einen weiteren wichtigen Aspekt des Themas Wasser – nämlich beim Bierbrauen - erleben. „Unsere Zielstellung ist es, in zwei Jahren bei den Zutaten Thüringen pur zu bieten“, erklärte Rögner. Derzeit kommen bereits 97 Prozent der Zutaten aus Thüringen.
Am Eingang der Festscheune begrüßten zwei Fahrzeuge der Firma RSP die Gäste. Als RSP-Vertreter präsentierte Philipp Schöler in einer Kurzvorstellung das neue Vakuumfahrzeug, das er als „Kommunalfahrzeug“ bezeichnete. Die Moderation der Veranstaltung übernahm Dr. Gerald Slotosch, Geschäftsführer des Naturparks Thüringer Wald, zu dessen Aufgabengebiet auch die Stadt Bad Blankenburg und Watzdorf gehören. Er betonte, wie wichtig das Querschnittsdenken der Akteure beim Umgang mit der Ressource Wasser ist. In einem ersten Themenblock gaben hochkarätige Vertreter von Wasserverbänden und Wissenschaft einen Überblick über Aufgaben und Herausforderungen ihrer Arbeit und zeigten die Dimension der gesamtgesellschaftlichen Verantwortung auf, die eine sichere Wasserversorgung bedeutet.
Der Geschäftsführer der Thüringer Fernwasserversorgung, Thomas Dierkes, hatte zunächst das Aufgabenvolumen seines Unternehmens als einem der bedeutendsten Versorger Deutschlands skizziert. Es beliefert 25 kommunale Wasserversorger in Thüringen. Seine 269 Mitarbeiter betreuen 126 Stauanlagen, die auch für den Hochwasserschutz zuständig seien. Die Möglichkeiten der Wissenschaft erläuterte Prof. Michael Stelter vom Fraunhofer Institut für Keramische Technologien und Systeme, der das Thüringer Wasser-Innovationscluster ThWIC vorstellte.
Konkrete Aufgaben in der Wasserversorgung im Landkreis und die Herausforderung hoher Investitionen standen im Mittelpunkt von Andreas Stausberg, dem Geschäftsführer des ZWA Saalfeld-Rudolstadt, der als örtlicher Versorger die meisten Gemeinden im Landkreis und fast 80 Prozent der Einwohner im Landkreis versorgt. Er plädierte bei den Zuhörern dafür, mehr Trinkwasser aus der Leitung zu trinken. „0,7 Cent kostet ein Liter Trinkwasser“, betonte er. Und er berichtete von dem enormen Kraftaufwand, den die Wasserknappheit im Jahr 2022 auf der Saalfelder Höhe für die Mitarbeiter des ZWA bedeutet hatte – damals mit umfangreichen Wasserwagentransporten zu den betroffenen Orten.
Sein gesamtes Team vom Gewässerunterhaltungsverband Schwarza/Königseer Rinne hatte Frank Eilhauer dabei, der als Geschäftsführer des GUV 16 – so die offizielle Nummer seines Verbandes in Thüringen - über die Aufgaben der Gewässerunterhaltungsverbände berichtete. Der Schutz von Schäden der Landschaft durch Hochwasser und Starkregen gehört zu den Kernaufgaben, die vom GUV für die Gemeinden übernommen wird.
Zum hochwertigen Programm gehörten auch die Informationsstände von Anbietern wie dem Saalewirtschaft e.V., oder der Jasaa. Auf besonderes Interesse vieler Teilnehmer stieß das System Aquabion aus Nordrhein-Westfalen, ein preisgekröntes Produkt zur Vorbeugung von Leitungswasserschäden.
Martin Modes
Presse- und Kulturamt