Wasserrettungsübung am Hohenwarte-Stausee
Etwa 90 Personen üben gemeinsam den Ernstfall auf dem Wasser
Unterwellenborn. Mehr als 90 Beteiligte aus den Landkreisen Saalfeld-Rudolstadt, Nordhausen und Saale-Orla haben am Samstag, 11. Juli, am Hohenwarte-Stausee gemeinsam den Ernstfall geprobt. Ziel der landkreisübergreifenden Übung war es, das Zusammenwirken der verschiedenen Einsatzkräfte bei einem Katastrophenfall auf dem Wasser zu üben und bestehende Einsatzkonzepte weiter zu optimieren.
Unter der Leitung von Kreisbrandmeister André Ludwig wurde das Szenario eines manövrierunfähigen Fahrgastschiffes realitätsnah dargestellt. Die angenommene Lage erforderte die Evakuierung von 42 Passagierinnen und Passagieren mit Rettungsbooten, die Rettung von Personen aus dem Wasser sowie das anschließende Abschleppen des Fahrgastschiffes zur Anlegestelle. Gleichzeitig wurde eine mobile Befehlsstelle aufgebaut und der Einsatz nach den Vorgaben des Thüringer Rahmenkonzeptes für die länderübergreifende Katastrophenhilfe koordiniert.
An der Übung beteiligten sich zahlreiche Feuerwehren und Wasserrettungseinheiten aus drei Landkreisen. Aus dem Landkreis Saalfeld-Rudolstadt waren die Feuerwehren Unterwellenborn, Goßwitz/Bucha und Drognitz mit ihren Rettungsbooten und Spezialfahrzeugen vertreten. Hinzu kamen die Wasserwacht des DRK Saalfeld-Rudolstadt mit ihrem Gerätewagen Wasserrettung und einem Rettungsboot sowie die Johanniter-Unfall-Hilfe aus Rudolstadt, die die sanitätsdienstliche Absicherung der Übung übernahm.
Aus dem Landkreis Nordhausen beteiligten sich die Feuerwehr Nordhausen mit einem Rettungsboot sowie die Wasserwacht des DRK Nordhausen mit ihrem Gerätewagen Taucher. Der Saale-Orla-Kreis war durch die Wasserwacht Pößneck mit einem Rettungsboot sowie die Wasserschutzpolizei vertreten. Insgesamt waren rund 50 Einsatzkräfte und 42 Darstellerinnen und Darsteller an der Übung beteiligt.
Die Übung zeigte eindrucksvoll, wie wichtig eingespielte Abläufe und eine enge Zusammenarbeit über Organisations- und Landkreisgrenzen hinweg sind. Insbesondere die Koordinierung der zahlreichen Boote, die sichere Evakuierung der Fahrgäste sowie die Führung der unterschiedlichen Einsatzabschnitte konnten unter realitätsnahen Bedingungen trainiert werden. Michael Haun, Leiter des Amtes für Bevölkerungsschutz, bedankte sich ausdrücklich bei der Fahrgastschifffahrt Hohenwarte für die Bereitstellung eines Fahrgastschiffes: „Mit ihrer Unterstützung haben sie wesentlich dazu beigetragen, dass wir ein realistisches Einsatzszenario unter nahezu echten Bedingungen darstellen konnten. Dafür möchten wir uns herzlich bedanken.“
Vor Ort machten sich Landrat Marko Wolfram sowie sein Amtskollege Matthias Jendricke, Landrat des Landkreises Nordhausen, ein persönliches Bild vom Übungsgeschehen. An Bord des Bootes der Wasserschutzpolizei begleiteten sie die Übung auf dem Wasser und konnten die einzelnen Einsatzabschnitte sowie das koordinierte Zusammenwirken der Einsatzkräfte direkt verfolgen.
Marko Wolfram dankte allen Beteiligten für ihr großes Engagement: „Unsere Einsatzkräfte investieren unzählige Stunden ihrer Freizeit in Ausbildung und Übungen. Das ist keine Selbstverständlichkeit und verdient höchste Anerkennung. Mein herzlicher Dank gilt allen Kameradinnen und Kameraden der Feuerwehren, den Kräften der Wasserwachten, der Johanniter-Unfall-Hilfe, dem DRK sowie den Organisatoren und der der Fahrgastschifffahrt Hohenwarte. Die heutige Übung hat eindrucksvoll gezeigt, dass wir auch bei komplexen Schadenslagen landkreisübergreifend hervorragend zusammenarbeiten."
Im Anschluss an die praktische Übung werteten die Beteiligten den Einsatz gemeinsam aus und tauschten ihre Erfahrungen aus. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse fließen in die weitere Ausbildung der Rettungskräfte sowie in die Fortführung bestehender Einsatzkonzepte ein.
Franziska Ehms
Presse- und Kulturamt