Ministerpräsident Mario Voigt zu Besuch im Landkreis

Fördermittelbescheid für Linkenmühlenbrücke übergeben

Landkreis.  Am Donnerstag, 17. September, besuchte Ministerpräsident Mario Voigt den Landkreis Saalfeld-Rudolstadt. Gemeinsam mit Landrat Marko Wolfram standen Gespräche mit den Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern, Firmenbesuche in Bad Blankenburg, Saalfeld und Kaulsdorf, die Eröffnung des neuen AWO-Kindergartens in Saalfeld sowie ein Treffen mit Ehrenamtlichen im Saal des Thüringer Instituts für Kunststoff- und Textilforschung (TITK) auf dem Programm. Höhepunkt des Besuchs aus Sicht des Landkreises war die Übergabe des Bewilligungsbescheides über 4,22 Millionen Euro für die Wiedererrichtung der Linkenmühlenbrücke.

Der Besuchstag begann mit einem gemeinsamen Frühstück mit den Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern sowie einem Verwaltungsgemeinschaftsvorsitzenden im Allianzhaus in Bad Blankenburg. Hinter verschlossenen Türen wurden aktuelle Herausforderungen im Landkreis diskutiert. Anschließend besuchten Voigt und Wolfram das Bad Blankenburger Medizintechnikunternehmen Intercus. Geschäftsführer Thomas Busch stellte die Unternehmensentwicklung vor und führte die Gäste durch die Produktion. Intercus entwickelt und produziert Implantate und medizinische Instrumente, darunter insbesondere Platten und Schrauben für die Versorgung von Knochenbrüchen. Rund 8.000 verschiedene Produkte gehören zum Portfolio. Größter Einzelmarkt des Bad Blankenburger Unternehmens ist Vietnam.

In Saalfeld eröffnete Voigt gemeinsam mit AWO-Geschäftsführer Andreas Krauße, Andrea Wende, Vorstandsvorsitzende des AWO-Kreisverbandes Saalfeld-Rudolstadt, Bürgermeister Dr. Steffen Kania, Landrat Wolfram sowie weiteren Prominenten den neuen integrativen Kindergarten in der Garnsdorfer Straße. Mit einer musikalischen Darbietung sorgten die Kindergartenkinder für eine schöne Einstimmung und führten den Besuch anschließend selbst durch ihr neues Gebäude. Danach hatten sie Gelegenheit, dem Ministerpräsidenten Fragen zu stellen. Zum Abschluss des Besuchs wurde auf dem Freigelände eine Bronzeplastik des Thüringer Bildhauers Volkmar Kühn enthüllt.

Nächste Station war die Firma RSP – Reschwitzer Saugbagger im Gewerbegebiet in Beulwitz. Seit der Gründung 1993 hat sich das Unternehmen zum Weltmarktführer bei Saugbaggern entwickelt. Zwei von drei Fahrzeugen mit dieser Technik kommen von RSP. Rund 350 Fahrzeuge stellt die Firma jährlich her. Sie kommen besonders dort zum Einsatz, wo Tiefbauarbeiten besonders vorsichtig ausgeführt werden müssen – etwa weil Strom-, Wasser- oder Gasleitungen im Boden liegen oder Baumwurzeln nicht beschädigt werden dürfen. Nach dem Rundgang durch die Produktionshallen durften Voigt sich selbst von der Leistungsfähigkeit der Technik überzeugen und einen Saugbagger bedienen.

An der Staumauer des Hohenwartetalsperre überreichte Ministerpräsident Voigt den lang ersehnten Bewilligungsbescheid für die Landesmittel zur Wiedererrichtung der Linkenmühlenbrücke in Höhe von 4,22 Millionen Euro an Landrat Marko Wolfram und Katrin Gersdorf, die 1. ehrenamtliche Beigeordnete des Saale-Orla-Kreises. Das Geld dient der Kofinanzierung der Bundesmittel sowie der Eigenmittel der beiden Landkreise. Abteilungsleiter Andreas Minschke vom Thüringer Ministerium für Digitales und Infrastruktur hat das Projekt seit 2009 als „Stauseebeauftragter“ begleitet. „Ein langer Kampf hat heute ein glückliches Ende gefunden. Die Übergabe ist ein Symbol für den Glauben an den ländlichen Raum“, sagte Mario Voigt.

„Ich bin froh und dankbar, dass wir nun den Finanzierungsbaustein des Freistaates zur Wiedererrichtung der Linkenmühlenbrücke in den Händen halten. Die Landesregierung mit Ministerpräsident Mario Voigt an der Spitze hat Wort gehalten und macht 81 Jahre nach der Zerstörung der alten Brücke den Weg für einen Neubau frei. Für die gesamte Region stellt die wiederhergestellte Verbindung eine deutliche Verbesserung zur aktuellen Situation dar“, sagte Wolfram.

Die Wiedererrichtung der 1945 zerstörten Linkenmühlenbrücke über den Hohenwartestausee nimmt konkrete Formen an. Vorgesehen ist eine rund zwölf Millionen Euro teure Hängebrücke mit einer Traglast von bis zu 30 Tonnen, die vor allem dem Rad- und Fußverkehr, Sonderverkehren sowie dem notwendigen Kraftfahrzeugverkehr dienen soll.

In Hohenwarte stellte Benjamin Tupaika, Geschäftsführer der Vattenfall Wasserkraft GmbH das Pumpspeicherwerk Hohenwarte II vor. Mit 320 Megawatt Leistung steht das Pumpspeicherwerk beispielhaft für die Bedeutung Thüringens als Standort für Energiespeicherung und -erzeugung. Die Landesregierung will diese Stärke weiter ausbauen. „Unser Ziel ist, dass Thüringen der Energiespeicher Deutschlands wird“, erklärte Voigt. Nach einem Rundgang durch das Turbinenhaus fuhren die Besucher mit dem Schrägaufzug zur Sperrmauer des Hochbeckens. Voigt zeigte sich sichtlich beeindruckt von der technischen Meisterleistung der Konstruktion – und vom grandiosen Ausblick von der Mauerkrone.

Den Abschluss des Besuchs bildete eine Lokalrunde zu Ehren des ehrenamtlichen Engagements im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt. Im denkmalgeschützten Saal des TITK würdigte der Ministerpräsident die herausragende Leistung von Ehrenamtlichen in Vereinen, Verbänden und Institutionen. Guntram Wothly, der Ehrenamtsbeauftragte der Thüringer Staatskanzlei, hatte für den Ministerpräsidenten die Übergabe von Ehrenamtsfördermitteln in Höhe von 12.000 Euro an die Jägerschaft Rudolstadt und Umgebung vorbereitet, die dieser an Vereinsvertreter überreichte. Mit dem Geld soll eine Drohne angeschafft werden, um Felder vor der Ernte nach Rehkitzen und anderen Tieren abzusuchen.

„Dieser Besuch war eine sehr gute Gelegenheit für die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister, mit unserem Ministerpräsidenten ins Gespräch zu kommen und ihre Sorgen aus Sicht der kommunalen Familie äußern zu können. Unsere Unternehmen haben eindrucksvoll demonstriert, dass die mittelständische Wirtschaft im Landkreis einen wichtigen Beitrag für Thüringen und darüber hinaus leistet. Ministerpräsident Voigt hat durch seine Besuche die Wertschätzung für diese Unternehmen zum Ausdruck gebracht und uns außerdem beim Pumpspeicherwerk und weiteren Investitionen in die Infrastruktur den Rücken gestärkt. Der gemeinsame Abend für Ehrenamtliche hat dem Besuch einen würdigen Abschluss verliehen“, fasste Landrat Marko Wolfram den Besuch zusammen.

Peter Lahann

Pressestelle Landratsamt