„Dieser Tag ist ein wesentlicher Teil unserer Gesundheitslandschaft“

Selbsthilfegruppentag im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt in der Saalfelder Schlosskapelle bot am Dienstag spannende Vorträge und vielfältige Gesprächsmöglichkeiten

Saalfeld. „Um Gesundheit geht es nicht nur beim Arztbesuch. Gesundheit findet an vielen Orten statt, nämlich dort, wo Menschen sich treffen und miteinander reden.“ Deshalb, so betonte Jitendra Mahaseth am Dienstag, seit zehn Monaten SG-Leiter für Prävention und Gesundheitsförderung im Landratsamt, „ist der heutige Selbsthilfetag ein wesentlicher Teil unserer Gesundheitslandschaft.“

Zuvor hatte Christian Stiehler, der Leiter des Gesundheitsamtes im Landratsamt Saalfeld-Rudolstadt, den diesjährigen Selbsthilfegruppentag des Landkreises offiziell eröffnet. Er gab dabei einen umfassenden Ausblick auf die Bedeutung der Selbsthilfe für die Menschen. Insbesondere freue er sich über die Anwesenheit des Saalfelder Bürgermeisters Dr. Steffen Kania, der das mit seinem Besuch unterstütze.

"Die Veranstaltungen, die unser Gesundheitsamt mit den Partnern organisiert - wie jetzt den Selbsthilfegruppentag und im August das Gesundheitsfest, sind gute Möglichkeiten, sich intensiver mit der eigenen Gesundheit zu beschäftigen. Allen, die sich beteiligen, danke ich herzlich, denn auch das gehört dazu, das Leben im Landkreis lebenswerter zu machen", würdigt Landrat Marko Wolfram den Einsatz aller Beteiligten.

Den finanziellen Rahmen für diesen Tag hat der Arbeitskreis Gesundheitsförderung der gesetzlichen Krankenkassen (GKV) geschaffen und damit die Finanzierung der Veranstaltung gesichert. Die organisatorische Umsetzung erfolgte über die Kontaktstelle der Selbsthilfegruppen des Gesundheitsamtes in enger Zusammenarbeit mit den beteiligten Selbsthilfegruppen. Durch den Tag führte Franziska Krämer vom Gesundheitsamt.

Insgesamt 16 Selbsthilfegruppen und der Sozialpsychiatrische Dienst des Gesundheitsamtes präsentierten sich am Dienstag den ganzen Tag über parallel zu den Vorträgen in der Saalfelder Schlosskapelle. Seitens des Gruppenleiterrats der Selbsthilfegruppen forderte Anette Zemitzsch die Gäste auf „Habt den Mut, zu fragen und uns anzusprechen“.

Der Tag begann mit zwei parallel stattfindenden Vorträgen. Während Angelika Krüger unter der Überschrift „Selbsthilfe – hautnah“ die Dimension des Themas mit den inzwischen 49 Selbsthilfegruppen im Landkreis absteckte, hatte Evelyn Biehl ein sehr spezielles Thema mitgebacht: „Familiäre und pädagogische Herausforderungen bei Kindern und Jugendlichen im ADHS-ASS-Spektrum“, der insbesondere bei den jüngeren Anwesenden auf große Resonanz stieß.

Auch der anschließende Vortrag von Dr. med. Dipl.-Psych. (M. Sc.) Adriana Ionescu, Chefärztin und Ärztliche Direktorin der Dr. Ebel Klinik Bergfried, sowie von Jens Meyer, dem Leiter der Selbsthilfegruppe „Alkoholabhängige und deren Angehörige“, stieß auf großes Interesse. Unter dem Titel „Gesundheitliche Risiken von Alkoholmissbrauch“ beleuchteten die beiden Referenten die gesundheitlichen Auswirkungen von riskantem und schädlichem Alkoholkonsum. Dabei vermittelten sie anschauliche und wichtige Informationen zu möglichen körperlichen und psychischen Folgen und sensibilisierten die Besucherinnen und Besucher für einen verantwortungsvollen Umgang mit Alkohol.

Einblicke erhielten die gespannten Zuhörer zum Thema „Mobbing – Einblicke“ von Annette Zemitzsch, die die unterschiedlichsten Arten von Mobbing im Leben näher beleuchtete – von der Arbeit über die Schulen bis hin zum Elternhaus.

Ein weiteres häufig unterschätztes Thema ist die Drogen- und Medikamentenabhängigkeit. Renate Thiele, die selbst davon betroffen war, gab eindrucksvolle und persönliche Einblicke in ihre Lebensgeschichte und machte deutlich, welche Herausforderungen und Folgen damit verbunden sein können.

Im weiteren Verlauf berichtete Zemitzsch über unterschiedliche Perspektiven auf das Thema „Narzissmus“. Darüber hinaus hielt sie den Vortrag „Depression: Tabu brechen, Hilfe finden, Hoffnung schenken“. Da die Referentin Anna-Maria Leithner kurzfristig verhindert war, übernahm Annette zemitzsch ihre Vertretung.

Abschließend beleuchtete Evelyn Biehl ein Thema, welches vor allem die Jugend betrifft, aber die älteren Generationen an den momentan herrschenden Ausmaßen maßgeblich beteiligt sind: „Jugend zwischen TikTok und Küchentisch“.

Insgesamt waren Christian Stiehler und das Team des Gesundheitsamtes sehr zufrieden über die Resonanz – insbesondere, da die Medizinische Fachschule Saalfeld und das Bildungszentrum den Tag als Fortbildungsangebot nutzten. „Das alles war nur möglich, weil die ehrenamtlichen Teilnehmer der Selbsthilfegruppen sich an diesem Tag mit großem Engagement eingebracht haben, ihnen allen vielen Dank für die gelungene Veranstaltung!“, so Jitendra Mahaseth.

Die ausführlichen Zusammenfassungen der Vorträge werden in den kommenden Tagen auf der Internetseite des Landratsamts veröffentlicht.

Martin Modes und Tiziano Zaake
Presse- und Kulturamt

Fotos vom Selbsthilfetag: Bildarchiv Landratsamt Martin Modes